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Oh, Mann. Im Bus der Linie 21, ich bin friedlich und denke nach, da spricht mich jemand an. Er: "Poetry-Slam?" Ich: "Ja?" Er: "Schriftstehler?" Ich: "Ja." Er: "Cool!" So spricht der junge Mann, reicht mir die Hand und bedankt sich. Ich bin verlegen und versuche, möglich entspannt zu bleiben, bin glücklich und bedanke mich beim Aussteigen. Es ist nicht so, dass ich heute einen schlechten Tag hatte, aber wenn es so gewesen wäre, dann hätte... weiterlesen |
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A: "Erkennen Sie die Melodie?" B: "Nein."
So einfach kann es manchmal sein. Zwei anstrengende, aber durchaus schöne Tage liegen hinter mir und ich hatte viel Spaß, bin jetzt aber auch von Whiskey beseelt und bettwarm durch ein passendes Utensil, das sich auf der Matratze befindet und in das ich mich eingehüllt habe. Weitere Erklärungen erspare ich mir.
A: "Nicht? Das Lied kennt doch jeder!" B: "Ich nicht."
Und dann gibt es auch... weiterlesen |
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Es gibt so Momente, da will ich nicht weg. Aus dem Leben ja ohnehin nicht, aber manchmal möchte ich von einem Ort nicht gehen, da möchte ich einfach dort bleiben. Wobei vermutlich genau darin der Zauber besteht, dass ich gehe. Vermutlich. Wenn Essen schon einfach wundervoll war und es keine Steigerung zu geben schien, dann kann ich mein Haupt nur respektvoll und demütig gen Münster neigen, der Gemüsebühne zunicken und sagen: Ja, das ist wirklich eine rundum gelungene Veranstaltung. Beginnend damit, dass Marvin und ich etwas früher vor... weiterlesen |
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Die Tour nimmt ungeahnte Ausmaße an, weil sich einige Verquickungen als nützlich, andere als hinderlich erweisen. Gut ist es, dass ich mittlerweile einfach mal zwischendurch nach Hause fahren kann, ohne das mein Beutel belastet wird. Allerdings gebe ich zu, dass ich mich jetzt doch deutlich und sehr intensiv nach einer Auftrittspause im Februar sehne. Sehr. Außerordentlich. Wenn es nach mir ginge, dann hätte ich ja am liebsten beides, die Bühne und dann noch einen ruhigen Abend, inklusive eines neuen Filmes auf DVD und einem entspannten... weiterlesen |
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Du meine Güte. Immer wieder Dortmund. Gut, es ist das zweite Mal, aber an diesem Bahnhof möchte ich nicht ein drittes Mal stranden. Vielleicht dann, wenn die Umbauten abgeschlossen sind, aber bis dahin wünsche ich mir, dass mich die Bahn mit derlei Aktionen verschont. Zunächst wird mein früher Zug, der keinen Wurm, aber mich fangen sollte, in Duisburg einfach gestrichen. Eine knappe halbe Stunde später gab es einen Zug, bei dem ich umsteigen musste. In Hannover. Bis dahin kam ich allerdings nicht, denn in Dortmund war für die Hamburger... weiterlesen |
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Ich finde es imme sehr leicht, sich das Leben schwer zu machen. Vor allen Dingen, wenn es auf so unbedachte Weise geschieht. Zweimal in Folge zu verschlafen, das ist schon eine Kunst für sich. Vor allen Dingen dann, wenn ich jahrelang nicht verschlafen habe. Gut, es gibt imme Ausnahmen, die eine Regel unbeding bestätigen wollen und sich deshalb anders als der Rest gebärden. Beschweren will ich mich nicht, ich habe es auch heute noch geschafft, meinen Zug zu erwischen, hole den ersten, den verpassten noch ein und steige dann einfach um.... weiterlesen |
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Es gibt so Menschen, die rechnen, für die muss alles messbar sein. Sie wünschen mir "Viel Erfolg", und sie verstehen nicht, dass es auch andere Werte im Leben gibt. Oder dass es auch einfach nur Spaß machen kann, was man gerade tut. Erfolg. Spaß ist Erfolg, mit einem Lächeln einzuschlafen, auch das ist Erfolg, aber diese Menschen wollen Zahlen sehen. Ich kann das nicht verstehen und ich weiß, dass auch diese Menschen mich nicht verstehen. Eine Kommunikationsstörung, ein leidige Sache, ein endloses Missverständnis, eine... weiterlesen |
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Mal rasch durch die Nacht und eben zwischendurch: Ganz gesund war ich noch nicht, aber das schien doch einigen Besuchern des Logensaals so zu gehen, die überraschend fern blieben. So war das Haus nicht komplett ausverkauft, aber dennoch passabel gefüllt und jene Gäste machten so viel Lärm, dass es überall zu hören war. So kann es dann auch Spaß machen - und das tat es auch. Es gewann am Ende Thomas Langkau (www.satzsucher.de), der damit eine kleine Siegesserie startet. Im Finale... weiterlesen
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Es ist erst ein Drittel des ersten Monats verstrichen, aber ich habe das Gefühl, als wäre ein Drittel des Jahres vorbei. Andere Städte, andere Gesichter, andere Bühnen, wenig Zeit und viel zu tun, noch mehr Ideen und geringe Temperaturen, Husten und jede Menge Lächeln, Trophäen und Tiefpunkte, nächtliche Exkursionen und die Unendlichkeit im Genick. Es ist freilich ein gutes Gefühl, das mich fortwährend begleitet und es ist auch gut zu wissen, dass ich mich selbst begleite, wenn ich auf Reisen bin. Es ist gut, dass ich mit dem Tragbaren... weiterlesen |
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Wer sich in Deutschland auskennt, der weiß, wo Krauchenwies-Göggingen liegt. Ich kann es nur erahnen, aber da die Bahn ohnehin sehr freundlich gesinnt ist und mich klaglos reisen lässt, lasse ich mich ganz nach Fahrplan abliefern in einem kleinen Ort, der vermutlich nicht größer ist als das Dorf, aus dem ich stamme und in dem ich früher fast jeden kannte. Ein volles Haus heute Abend, es nur ägerlich, dass Dominik nicht mit dabei sein kann. Das Wetter streicht ihm die Rechnung und er bleibt im Schnee und Eis Daheim. Schade, aber das... weiterlesen
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Ich könnte freilich mich hinsetzen und über die Vergangenheit schreiben, zurückblicken auf das, was war und darüber urteilen, was aus meiner Sicht ganz fein und was für mich seltsam lief. Ich könnte es tun, wenn ich daran glaubte, die Vergangenheit zu beurteilen, brächte mir einen Vorteil für die Zukunft. Ich könnte das alles tun und wäre am Ende auch nicht schlauer als zuvor, weil das alles... weiterlesen |
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Im Nachhinein kann ich nicht mehr genau sagen, wo ich gewesen bin. Klar, ich kenne den Namen, vielleicht sogar die Adresse, ja, ich weiß, dass ich in Borken war, aber ich kann eben nicht genau sagen, wo das liegt. Das ist der Nachteil, wenn ich mit Bahn und Bus und Taxi unterwegs bin. Ob Borken nun nördlich, südlich oder himmelwärts von Münster gelegen ist, kann ich demnach nicht beurteilen, aber ich kann genau sagen, dass der Grenz-Slam eine ganz feine Veranstaltung war. Mit tollen Poeten, einem zahlenmäßig reichhaltig besetztem... weiterlesen |
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In der Dachkammer unter der Decke. In Gedanken über das Leben. Ich kann wahrlich nicht sagen, dass es mir schlecht geht, ich fühle mich wohl. Und das an diesem Abend, den ich bislang doch immer mied, als sei er nicht vorhanden. Es ist ein guter Tag gewesen, es war ein warmer Abend unter Freunden und in der Familie, die immer bleibt. So ist es recht. Und ich lächle, wenn ich draußen den Schnee sehe, die Unendlichkeit ist bei mir und vermutlich ist es auch umgekehrt der Fall. Allein dafür hat sich das Jahr gelohnt, für einen Hauch... weiterlesen |
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Ein halber, ruhiger Tag zu Hause. Im Chaos. Ich komme nicht einmal zum Auspacken der Kartons, das wird sich erst ändern, wenn die Welt die Harmonie feiert und ich dieweil Kartons auspacke, Regale baue, die wieder in sich zusammenfallen und meinen Frieden in der Dachkammer finde. Momentan geht es mir wirklich gut, auch wenn die Cellistin unten behauptet, meine Erfolgsserie ginge ihr mittlerweile auf die Nerven und ich solle doch mal wieder verlieren. Oder einfach nur schlecht auf der Bühne sein. Oder mal wieder etwas mchen, worüber sich... weiterlesen |
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Ganz ehrlich: 13,2 ist zu wenig. Das ist auch kein Zwischenwert, das ist schon eine Zahl, die sich jenseits des Grenzbereichs befindet. Bei 13,2 Grad kann ich nicht arbeiten, jedenfalls nicht ohne Handschuhe. Oder ohne Heizdecke. Oder ohne Mütze. Wobei ich ja ohnehin nicht ohne Mütze arbeite, lebe oder liebe. Auf keinen Fall. Im Arbeitszimmer sind nun also 13,2 Grad und ich überlege, welche warmen Gedanken ich mir machen kann, damit das aufhört. Ich meine den Kälteeinbruch. Ein warmer Winter käme mir nun sehr zupass, aber der... weiterlesen |
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Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
Feuerbrüder - 30 Geschichten um und über das Leben, über die Liebe und über das, was wir nicht sagen, wenn wir etwas sagen. Einfühlsame Momente gemischt mit Brutalität, die jeder kennt, der das Leben kennt. Emotionale Szenen gepaart mit den Gedanken über Engel, Teufel und das Göttliche.
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