schriftstehler

Geschichten und Gedanken

Das Tagebuch

Nach dem Slam ist vor dem Slam

vom 10. March 2010, 17.56 Uhr

Das Tagebuch

Alles vergessen, das ging gestern dann einfach zu schnell - und heute muss es auch schon wieder schnell gehen, das ist ja unglaublich. Gleich stehe ich schon wieder auf der Bühne in den Kammerspielen, hoffentlich vor einem vollen Haus, damit die Poeten Spaß haben und ich nicht wieder Geld mitbringen muss. Das wäre wirklich ärgerlich und würde mir den Monatsschnitt zum wiederholten Male versauen. Das wäre dann aber auch das letzte Mal, das kann ich mir flüstern. Laut. So schön es dort auch ist, die Arbeit ist reichhaltig und dafür zu... weiterlesen




Chemie für den Tag

vom 09. March 2010, 11.08 Uhr

Das Tagebuch

Erschießen möcht' ich dich und mich in einem Wald, der dein Garten ist. Begraben zwischen den Wurzeln dessen, womit wir unsere Liebe vermessen haben und die Früchte der Fantasien gegessen haben.

 

Manchmal gibt es nicht viel mehr zu sagen, als das, was schon tausende von Mündern erbrochen haben. Mir ist kalt und so sehr ich den Winter vergöttere, so sehr freue ich mich jetzt darauf, dass er vorbei sein wird. Irgendwann. Ich hoffe, ich darf das noch erleben - bei diesen Wetterkapriolen weiß wohl niemand, wie lange das... weiterlesen




Nissen Grumbach

vom 08. March 2010, 00.17 Uhr

Das Tagebuch

Anagramme mochte ich schon immer gern. Wirklich. Eine sinnlose Spielerei, die aber Spaß macht. Kristian Blomed finde ich zum Beispiel zauberhaft - nicht nur als Anagramm. Dass ich mich dann Nissen Grumbach nennen könnte, macht mich nachdenklich, weil ich mit meinem Pseudonym im Gunde genommen zufrieden bin. Nein, ich bin damit vollends zufrieden. So wie mit diesem Tag, den ich mir geschenkt habe. Halbtags. Nach der Rückkehr... weiterlesen




Go, Lemgo, go!

vom 04. March 2010, 16.50 Uhr

Das Tagebuch

Schon wieder alles vorbei. Das erste Drittel des Monats hat sich gefühlt beinahe schon verabschiedet, auch wenn es gut gemeint war. Denke ich. Die Monate meinen es ja immer gut, sie wollen nur mein Bestes - und ich gebe alles gern. Dabei gibt es auch immer Alternativen. Für alles. Statt Salz oder Splitt zu streuen, gab es im Winter auch die Möglichkeit, den Schnee einfach mit einer Schaufel oder einen Schneeschieber zu... weiterlesen




Zum Abschluss

vom 28. February 2010, 12.04 Uhr

Das Tagebuch

Gleich endet der Februar, das lässt sich nicht ändern. Ich kann nicht sagen, dass ich den Monat verpasst habe, nein, ich habe ihn erlebt und an einigen Stellen habe ich ihn sogar ein wenig bewegt. An einigen Stellen. Trotz der Sorgen mit und um die Zahlen kann ich noch immer mit einem Lächeln einschlafen und damit auch wieder aufwachen, ich kann nicht nur alles, es ist einfach so. Da kann ich auch zwischendurch mal weniger Erfolg haben, der Spaß geht mir nicht verloren - und das ist es, worauf es ankommt. Spaß. Am Leben und den Dingen... weiterlesen




Rauher Wind

vom 24. February 2010, 10.49 Uhr

Das Tagebuch

Es gibt Dinge, die sind untrennbar miteinander verbunden. Wer nicht landet, kann auch nicht abheben, wer nicht abstürzt, kann auch nicht alles zusammenbauen. Ohne unten zu sein, kann ich mir nicht Mühe geben, nach oben zu kommen. Müde bin ich. Dem dunklen Gast sind alle Türen geöffnet, aber ich wehre mich. Ich lasse mich nicht besiegen, ich einige mich nicht einmal auf Unentschieden, ich bleibe hier stehen und lasse mir den rauhen Wind um die Nase wehen. Da sollen sie alle kommen und mir Dinge nehmen, die ich gar nicht will und die weder... weiterlesen




Der Serientäter

vom 22. February 2010, 11.38 Uhr

Das Tagebuch

Mist, verdammte Axt, ich habe schon wieder das Kabel vergessen, mit dem ich Fotos von der Kamera auf den Tragbaren laden kann. So muss ich mich wieder gedulden, bis ich morgen zu Hause bin, vorher noch einen kleinen, unfreiwilligen Abstecher aus privaten Gründen und eine damit verbundene Absage nach Reutlingen - es kann nicht immer alles glatt laufen, aber es ist alles gut. Vor allen Dingen gestern, als mich das Leben fast schon zu reich beschenkte, weil ich mit großartigen Poeten die Bühne teilen durfte, weil ich famose Texte hörte und... weiterlesen




Abriss von Nürnberg bis Hamburg

vom 20. February 2010, 11.10 Uhr

Das Tagebuch

Nicht übermütig werden, Armin. Nein! Drei Mal in Folge geht einfach nicht, Nürnberg und Heimfeld reichen vollkommen aus und es ist vollkommen in Ordnung, wenn mal andere ganz oben stehen. Der Spaß entsteht ja nicht beim Gewinnen, sondern beim Teilnehmen. So ist es. Und da werden auch noch ganz andere Abende kommen, an denen ich einfach nur dabei bin - und seltsamerweise sind das dann oft die... weiterlesen




Sauereien im Zug nach Nürnberg

vom 17. February 2010, 14.16 Uhr

Das Tagebuch

Schön war's. Vorgestern. Gestern auch, ein definitiv freier Tag, einfach zum Genießen, zum Ausruhen und zum Erholen. Einfach. Für mich. So. Und ich habe den Tag auch genau so genutzt, wie er gepant und vorgesehen war. Von mir und für mich. Doch während ich gestern ganz geplant allein in meiner Kemmenate saß und mich einfach nur von Pixel beregnen ließ, hätte es am Montagabend bei den Feuerbrüdern gern etwas voller sein dürfen. Zweifelsohne. Nicht, dass ich unzufrieden mit den Zuschauern gewesen wäre, nein, im Gegenteil. Nur ein paar mehr... weiterlesen




Geplatzte Flensburger

vom 15. February 2010, 09.11 Uhr

Das Tagebuch
Mal kurz zwischendurch, nachdem ich gestern Abend unfreiwillig freiwillig fei hatte und heute Abend die Feuerbrüder auf dem Programm stehen, während ich noch einen Berg von Arbeit vor der schmalen Brust habe und Ideen meinen Kopf zum Platzen bringen, was aber letztlich ein ganz normaler Zustand ist, den ich nicht erwähnen muss. Nur mal zwischendurch einen kurzen Nachbericht vom Wochenende und dem wirklich famosen Dichterwettstreit in Flensburg, was letztlich mehr einem Familientreffen glich, denn einer Veranstaltung mit... weiterlesen



Braunschweiger Serientäter

vom 13. February 2010, 11.11 Uhr

Das Tagebuch

Wie im Rausch. Angekommen ist das alles noch nicht, auch wenn ich weiß, was gestern geschehen ist. Klar, es ist nur eine Veranstaltung, es war nur eine Veranstaltung, aber zum einen kann ich mich jedes Mal darüber freuen, wenn etwas für mich gut läuft, zum anderen ist es auch etwas Besonders, zweimal in Folge einen Preis einzustreichen. So besonders, dass ich hier beim nächsten Mal nicht antreten soll, dafür bin ich aber auch bei der Lesung im März wieder in Braunschweig, darüber freue ich mich jetzt schon, darauf freue ich mich schon,... weiterlesen




Heilsame Erfahrungen

vom 12. February 2010, 16.16 Uhr

Das Tagebuch

Ich will nicht immer alles auf das Wetter schieben, es ist mitunter auch schlechte Planung im Spiel oder schlicht Faulheit, wenn etwas nicht funktioniert. Manchmal sind es auch ganz andere Gründe, mit denen ich nichts zu tun habe. Manchmal sind tatsächlich andere schuld, aber gerade dann tue ich so, als ob ich alles verbockt habe. Am Ende ist es mir dann immer lieber, wenn es auf mich zurückfällt, als dass ich etwas auf jemand anderen schiebe. Eine seltsame Angewohnheit, die aber nun mal so ist. Dementsprechend bleibt die folgende... weiterlesen




Disziplinierte Düsseldorfer Vögel

vom 10. February 2010, 07.44 Uhr

Das Tagebuch

Der frühe Vogel wird auch nicht immer satt, das muss ja mal gesagt werden. Allerdings bin ich kein Vogel, denn dann würde ich fliegen, statt den Schienenweg zu nehmen. Ich lasse meine Exkremente auch nicht auf Ästen sitzend auf Passanten fallen und beginne zu nachtschlafender Zeit damit, irgendwelche Parolen zu grölen oder zu tirilieren. Und dennoch bin ich immer froh, dass ich einen Hauch Disziplin gepachtet habe, dass ich bereits sehr früh unterwegs bin, mich auf die Heimreise gemacht habe, um heute viel zu bewegen und Stichpunkte auf... weiterlesen




Flüssigkeiten und Münster

vom 09. February 2010, 13.52 Uhr

Das Tagebuch

Mitten in einer Küche in Münster, bei Andreas Weber. Mit Brötchen, Käse und auch anderem Aufschnitt, der für mich nicht in Frage kommt. Mit Tee und Kaffee, mit Sara, Özlem, Bente und Tobi und Andy und mir. Unter anderem. Der Qualm ist zwar ein wenig hinderlich, aber ohne Qualm kein Feuer. Glaube ich. Dafür ist es mal wieder der heimelig in Münster, dafür habe ich wirklich mal wieder eine schöne Zeit. Fast schon eine Wahlheimat, diese Stadt. Fast. An Hamburg führt einfach keine Elbe vorbei, das muss ich mal so flüssig formulieren. Und ich... weiterlesen




Alles auf einmal

vom 07. February 2010, 02.47 Uhr

Das Tagebuch

Oh, Mann. Im Bus der Linie 21, ich bin friedlich und denke nach, da spricht mich jemand an.

Er: "Poetry-Slam?"

Ich: "Ja?"

Er: "Schriftstehler?"

Ich: "Ja."

Er: "Cool!"

So spricht der junge Mann, reicht mir die Hand und bedankt sich. Ich bin verlegen und versuche, möglich entspannt zu bleiben, bin glücklich und bedanke mich beim Aussteigen. Es ist nicht so, dass ich heute einen schlechten Tag hatte, aber wenn es so gewesen wäre, dann hätte... weiterlesen




Warum Schnee und Sportler schmelzen

vom 06. February 2010, 12.17 Uhr

Das Tagebuch

A: "Erkennen Sie die Melodie?"

B: "Nein."

 

So einfach kann es manchmal sein. Zwei anstrengende, aber durchaus schöne Tage liegen hinter mir und ich hatte viel Spaß, bin jetzt aber auch von Whiskey beseelt und bettwarm durch ein passendes Utensil, das sich auf der Matratze befindet und in das ich mich eingehüllt habe. Weitere Erklärungen erspare ich mir.

 

A: "Nicht? Das Lied kennt doch jeder!"

B: "Ich nicht."

 

Und dann gibt es auch... weiterlesen




Genau so und nicht anders

vom 31. January 2010, 16.59 Uhr

Das Tagebuch

Es gibt so Momente, da will ich nicht weg. Aus dem Leben ja ohnehin nicht, aber manchmal möchte ich von einem Ort nicht gehen, da möchte ich einfach dort bleiben. Wobei vermutlich genau darin der Zauber besteht, dass ich gehe. Vermutlich. Wenn Essen schon einfach wundervoll war und es keine Steigerung zu geben schien, dann kann ich mein Haupt nur respektvoll und demütig gen Münster neigen, der Gemüsebühne zunicken und sagen: Ja, das ist wirklich eine rundum gelungene Veranstaltung. Beginnend damit, dass Marvin und ich etwas früher vor... weiterlesen




Nach Bremen, vor Essen

vom 29. January 2010, 15.46 Uhr

Das Tagebuch

Die Tour nimmt ungeahnte Ausmaße an, weil sich einige Verquickungen als nützlich, andere als hinderlich erweisen. Gut ist es, dass ich mittlerweile einfach mal zwischendurch nach Hause fahren kann, ohne das mein Beutel belastet wird. Allerdings gebe ich zu, dass ich mich jetzt doch deutlich und sehr intensiv nach einer Auftrittspause im Februar sehne. Sehr. Außerordentlich. Wenn es nach mir ginge, dann hätte ich ja am liebsten beides, die Bühne und dann noch einen ruhigen Abend, inklusive eines neuen Filmes auf DVD und einem entspannten... weiterlesen




Streichungen, Moers und Hanns-Dieter

vom 28. January 2010, 09.51 Uhr

Das Tagebuch

Du meine Güte. Immer wieder Dortmund. Gut, es ist das zweite Mal, aber an diesem Bahnhof möchte ich nicht ein drittes Mal stranden. Vielleicht dann, wenn die Umbauten abgeschlossen sind, aber bis dahin wünsche ich mir, dass mich die Bahn mit derlei Aktionen verschont. Zunächst wird mein früher Zug, der keinen Wurm, aber mich fangen sollte, in Duisburg einfach gestrichen. Eine knappe halbe Stunde später gab es einen Zug, bei dem ich umsteigen musste. In Hannover. Bis dahin kam ich allerdings nicht, denn in Dortmund war für die Hamburger... weiterlesen




Auf der Strecke

vom 25. January 2010, 17.59 Uhr

Das Tagebuch

Manchmal bleibt die Liebe auf der Strecke, das muss ich so hart und kompromisslos sagen. In diesem Fall ist es dann einfach so, dass ich zu viel unterwegs bin. Für mich ist es vollkommen in Ordnung, aber es sind eben zu viele Termine, um sich mal eben zu treffen. Meine große Liebe ist die Kunst und momentan ist das alles richtig so, selbst wenn bei hunderten von Schienenwegen ein paar Gefühle... weiterlesen




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Termine

>> Friday, 12. March 2010, Hamburg (Zeise Kino), 22.30 Uhr
>> Saturday, 13. March 2010, Soltau (Kantine), 20.00 Uhr
>> Sunday, 14. March 2010, Fürth (Kofferfabrik), 20.00 Uhr
>> Monday, 15. March 2010, Ansbach (Café Klatsch ), 20.00 Uhr
>> Tuesday, 16. March 2010, Schwabach (Kabuff), 20.00 Uhr
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Feuerbrüder

Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
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