Silber, Schwarz und Zufriedenheit
geschrieben am: Monday, 04. January 2010, 17.37 Uhr
So sehr ich mich auf und über jeden Auftritt freue, so gierig bin ich doch jetzt, wieder nach Hause zu kommen, wieder in meinem Bett zu schlafen. Dabei war ich in den vergangenen Tagen und Nächten trefflich untergebracht, habe großartige Menschen in Göggingen kennengelernt, der Gastfreundschaft wohl kaum zu überbieten ist. Zum Wohnen wäre mir der Ort mittlerweile zu klein, aber für einen Besuch reicht es immer und ich werde auch im kommenden Jahr wieder dort auftauchen, wenn es in meinen Tour- und Terminplan passt. Aber zunächst einmal ist heute Abend Wuppertal an der Reihe, darauf freue ich mich schon - ob ich dann noch den Nachtzug zuück nach Hamburg nehme, entscheide ich dann ganz spontan.
Mittlerweile ist ganz Deutschland weiß - mir ist das immer noch zu wenig, auch wenn es mal ein wirklich standesgemäßer Winter zu werden scheint. Im Norden liegen wohl noch mehr Kristalle, als ich bis lang im Süden sehen konnte, das wird ein kleines Fest morgen, vielleicht muss ich mir dann doch Stiefel kaufen, um warme Füße zu haben. In dieser Form mag ich den Winter, fast ist er mir so lieber als der Herbst, der an der Spitze der Jahreszeitenkette steht. Fast. Ich vermisse ihn. Ein wenig. Aber die Reisen entschädigen mich für vieles, ich kann das alles genießen, ich habe meinen Spaß und sehe wundervolle Dinge und Orte. Kleine Feste für die Sinne und eine Erweiterung des Horizonts. Hohenzollern in Sigmaringen, ein großes Schloss, bei dem ich nicht wissen will, wie das Gemäuer beheizt wird. Es ist nun nicht so, dass ich auf der Jagd nach Sehenswürdigkeiten, das tue ich schon aus Überzeugung nicht. Ich finde schöne Dinge am Rand meiner Welt und bin froh über die zwei Geschenke, die ich mir zum Jahreswechsel gemacht habe: die schwarze Karte und das silberne Ding. Dass mein iPod momentan permanent mit seinem technischen Leben hadert, so als wolle er endlich in den Ruhestand treten, betrübt mich ein wenig. Aber noch bleibt der Pinke-Freund ein treuer Gefährte und ich werde ihn in Strom füttern, so lange er mich mit Musik versorgt. In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an die angeschlossenen Geräte. Auch im Namen meiner Urgroßeltern, an die ich mich wirklich nicht mehr erinnern kann, aber wer weiß, wer gerade noch so in der Gegend ist. Mit der Unendlichkeit zu sein, ist ein gutes Gefühl, seitdem ich weiß, dass ich sterblich bin. Dein Neid beschämt mich, weil ich nicht glauben mag, dass es für dich wichtig ist, einen Sieger auszufechten.
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