schriftstehler

Geschichten und Gedanken




Nach dem Slam ist vor dem Slam
geschrieben am: Wednesday, 10. March 2010, 17.56 Uhr

Das Tagebuch

Alles vergessen, das ging gestern dann einfach zu schnell - und heute muss es auch schon wieder schnell gehen, das ist ja unglaublich. Gleich stehe ich schon wieder auf der Bühne in den Kammerspielen, hoffentlich vor einem vollen Haus, damit die Poeten Spaß haben und ich nicht wieder Geld mitbringen muss. Das wäre wirklich ärgerlich und würde mir den Monatsschnitt zum wiederholten Male versauen. Das wäre dann aber auch das letzte Mal, das kann ich mir flüstern. Laut. So schön es dort auch ist, die Arbeit ist reichhaltig und dafür zu bezahlen, ist einfach nicht drin. Nicht für mich. Keine Chance. Aber. Noch ist der Abend nicht da, ich kann das ganz entspannt angehen und mit einem Lächeln, das wird schon so funktionieren, wie ich mir das vorstelle. Alles. Ich glaube daran. Punktum. Wenn es manchmal schmerzt, dann ist das auch nur gut, weil es mich wach hält. 

 

Schon wieder in Ostwestfalen. War ich. Gestern. Und es sah nach einer frühen Niederlage aus, was durchaus zu verkraften gewesen wäre. Wäre, weil sich Micha-El Goehre und Marcus Märtens aka Team intim die Bühne im Kaiserkeller zu Detmold als Generalprobe ausgeguckt hatten und nur mit einem Text angereist waren. Das hatte zwei Effekte: Sie bekamen für den ersten Text den meisten Applaus und für den fehlenden zweiten Text durfte ich ins Finale rücken. Huch. Gut, danke schön. Dort belegten Andre Lampe und Marc-Oliver Schuster die Plätze zwei und drei, ich schnappte mir die Flasche des edelsten aller Whiskeys und hielt mich mit den anderen zusammen schadlos. Spaß war demnach mehr als vorhanden, vor allem beim gemeinsamen Rudel-Kuscheln bei Marc, der seine Merle in die Runde schickte, die sich sowohl Jan Koch als auch mir als den Hals warf, sie schlief aber schließlich eingerollt unter der Decke ihres Meisters, dieweil Jan und ich Fu-Ko oder umgekehrt im rechten Winkel lagen. So würde es am meisten Sinn machen, sagte Jan, bevor ich einschlief und mich artig dafür bedankte, dass mein Leben so ist, wie ich es mir immer gewünscht habe. Zwar begann der heutige Tag mit der Ernüchterung, dass sich die Erkältung einen längeren Aufenthalt erkauft hat, aber mit ein wenig Glück überstehe ich auch das. Glaube ich.

 

Und jetzt muss ich los. Mann.

 

Grüße. An Mischa und Markus, die harmonierenden MCs, an Team intim, Tine, Jonas, Sven, Marc, Andre und Jan, an mein Buch, das irgendwie verloren gegangen ist und an Merle, den einzigen Hund im Universum, der nicht sabbert.

 

Und irgendwann, ja, irgendwann kommen sie und holen mich ab...

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