Es gibt so Momente, da will ich nicht weg. Aus dem Leben ja ohnehin nicht, aber manchmal möchte ich von einem Ort nicht gehen, da möchte ich einfach dort bleiben. Wobei vermutlich genau darin der Zauber besteht, dass ich gehe. Vermutlich. Wenn Essen schon einfach wundervoll war und es keine Steigerung zu geben schien, dann kann ich mein Haupt nur respektvoll und demütig gen Münster neigen, der Gemüsebühne zunicken und sagen: Ja, das ist wirklich eine rundum gelungene Veranstaltung. Beginnend damit, dass Marvin und ich etwas früher vor Ort waren und gleich formidabel kulinaisch versorgt wurden. Dieses Zuhause-Gefühl setzte sich den ganzen Abend fort, weil sich der Marian als perfekter Gastgeber und Slam-Master präsentierte, souverän und engagiert das Publikum und auch die Slammer durch den Abend führte. Und mal abgesehen von der After-Show-Party in der Musiker-WG, bei der noch bis in den frühen Morgen hinein improvisiert, geslammt und gejammt wurde, mal abgesehen von dem fabelhaften Frühstück und dem sensationellen Miteinander, der fürsorglichen Unterbringung in Marians WG, weiß ich jetzt wirklich nicht, ob es da noch Luft nach oben gibt. Familiärer kann es nicht einmal an den Weihnachtstagen werden und ich bin mir sicher, dass für mich diese Tage in Moers, Essen und Münster genau das bedeutet, was und wie Poetry-Slam sein sollte. Für mich. Genau so und nicht anders sollte es aussehen. Das darf und soll freilich jeder anders sehen und sehen können müssen, ich bin schon vor dem Auftritt heute Abend in Krefeld absolut glücklich und freue mich darauf, auch heute wieder viel Spaß zu haben. In Münster wäre ich aber dennoch gern geblieben, zumindest ein bis vier Tage: Platz ist in der kleinsten Hütte - allein deshalb steht schon der nächste Besuch der Gemüsebühne fest. Nicht in Februar oder März, aber den April merke ich mir schon einmal vor. Notiz an den Kopf: Wirklich merken, nicht nur so tun. Danke. Bitte.
Mit den Fotos hinke ich hinterher, ich schaffe das am Montag. Glaube ich.
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Es ist an der Zeit, die Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen.“Die Wahrheit”, sagt mein Bruder, “die Wahrheit ist die beste Lüge, denn niemand wird dir glauben.” Niemand wird mir glauben, davon bin ich überzeugt, aber ich habe mir sein jenem Abend selbst versprochen, nur noch die Wahrheit zu sagen. Nichts anderes als die Wahrheit, auch wenn mir kein Gott helfen kann. (aus "Feuerbrüder")
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