Auf der Strecke
geschrieben am: Monday, 25. January 2010, 17.59 Uhr
Manchmal bleibt die Liebe auf der Strecke, das muss ich so hart und kompromisslos sagen. In diesem Fall ist es dann einfach so, dass ich zu viel unterwegs bin. Für mich ist es vollkommen in Ordnung, aber es sind eben zu viele Termine, um sich mal eben zu treffen. Meine große Liebe ist die Kunst und momentan ist das alles richtig so, selbst wenn bei hunderten von Schienenwegen ein paar Gefühle auf der Strecke bleiben. Heute Abend bleibe ich also zu Hause, weil es einfach zu viel wird. Einfach. Als wenn das so einfach wäre. Morgen erneut ein voller Tag, viel zu tun, zwei wichtige Treffen im Museum und dann noch mit den Feuerbrüdern, alles sehr viel, alles sehr schön. Immer in Bewegung bleiben, möchte ich mir zwinkernd zurufen, weil ich doch weiß, dass die Bewegung bei mir immanent ist. Ich verkneife es mir stattdessen, mir zuzuflüstern, einmal zur Ruhe zu kommen, weil Stillstand meinen Tod bedeutet. Denke ich. Ich bin gut versorgt, nur bleibt manchmal eben etwas liegen, das ich gern hätte.
Kurz noch, um die Vollständigkeit nicht außer acht zu lassen: In Heidelberg war es sehr schön, an Nektarios Vlachopoulus führte aber kein Weg vorbei. In Bonn war es dufte, weil es viele Rosen gab, die das Publikum einsetzte. Dass zwei Slammer mit ernsten Texten im Finale landen, ist zudem auch sehr selten und da kann ich noch mal eine Lanze für Sevi brechen, der den Abend perfekt gemacht hat. Das Leben auf der Bühne ist einfach schön. Grüße. An alle, die ebenfalls bei acht Grad in einer Dachkammer sitzen und versuchen, sie mit dem Schreiben warm zu halten. Das ist wirklich schwierig. Mir ist kalt.
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